Interview mit einem Coach: Katja Kunz

inspirations-interview mitkatja kunz1.pngMit Katja verbinde ich nicht nur denselben Arbeitgeber sondern auch eine unheimlich offene, positive und empathische Frau, die mit viel Tiefgang und Menschenverstand an das Leben heran geht. An Katja schätze ich vor allem ihre Eigenschaft, Dinge wertschätzend auf den Punkt zu bringen und dabei immer wachsam und neugierig auf ihr Gegenüber zu sein.

Über Katja bin ich an meine Coaching-Ausbildung gekommen (Dr. Migge-Seminare) – sie hat ein Jahr vor mir ihre Ausbildung abgeschlossen. Sie arbeitet als Coach und Trainerin und gibt ihr Wissen als Lehrcoach und-trainer weiter. Hier geht’s zu Katjas Webseiten Kunz & Gut sowie Kunz & Kaos.

Ich freue mich sehr, dass sie sich an meiner Interview-Reihe beteiligt und den Startschuss dafür frei gibt:

1. Würdest du dich wieder selbständig machen?

Auf jeden Fall. Einen „normalen“ Job in einem Angestelltenverhältnis könnte ich mir nicht mehr vorstellen.  Das zu tun, worin ich meine Berufung sehe – Menschen auf Ihrem Lebensweg ein Stück zu begleiten, sei es als Coach oder Trainerin – erfüllt mich sehr. Hinzu kommt die eigene Zeiteinteilung. Wenn ich meine Büro-Tage habe, genieße ich es auszuschlafen und dann lieber abends länger zu arbeiten oder meinen freien Tag auch mal unter der Woche zu nehmen und nicht unbedingt an einem Sonntag.

2. Welches war deine größte Lernerfahrung?

Eine meiner größten Lernerfahrungen ist, dass ich nicht alles perfekt machen muss, um gut und wertvoll zu sein, einfach weg von diesem Perfektionismus-Gedanken zu kommen. Was ist perfekt? Das objektive „Perfekt“ gibt es einfach nicht, nur ich setze mir die Messlatte für „perfekt“ – und außer mir kennt diese keiner. Ich habe also für mich gelernt, dass es gut ist, dass ich einen gewissen Anspruch an mich habe, und dass es darüber hinaus auch in Ordnung ist, wenn ich diesen Anspruch auch mal nicht erfülle, denn aus meinen Fehlern lerne ich und mache Erfahrungen, die mich weiter bringen. Richard Branson sagt so schön: „Do not be embarrassed by your failures, learn from them and start again.“

3. Welchen einen Ratschlag würdest Du einem Neugeborenen für sein Leben mitgeben?

Es gibt eine Geschichte von John Lennon:

„Als ich fünf Jahre alt war, hat meine Mutter mir immer gesagt, dass es das Wichtigste im Leben sei glücklich zu sein. Als ich in die Schule kam, baten sie mich aufzuschreiben, was ich später einmal werden möchte. Ich schrieb auf „glücklich“. Sie sagten mir, ich hätte die Frage nicht richtig verstanden. Ich antwortete ihnen, dass sie das Leben nicht richtig verstanden hätten“.

Ich würde einem Neugeborenen deswegen sagen, lebe ein glückliches Leben, bleib bei dir, höre auf dein Herz und Bauchgefühl, interessiere und verbinde dich mit anderen Menschen, mache das, was gut für dich ist und lass dich nicht davon abbringen, nur weil andere anders darüber denken. Sei immer neugierig auf dich, auf andere, auf das Leben.

4. Was inspiriert dich?

Mich inspirieren Menschen, die „ihr Ding“ machen, ohne darüber nachzudenken, was „man“ oder „die Gesellschaft“ denkt, was richtig ist, die ihr Leben genießen können und im Hier und Jetzt sind. Menschen, die sich für andere einsetzen ohne sich selbst dabei zu vergessen. Mich inspirieren auch Orte, die für mich eine spezielle Energie haben, wie z.B. London, die Toskana, der Starnberger See, die Berge und weite Strände mit Blick auf das Meer.

5. Wofür bist du dankbar?

Ich bin für sehr vieles dankbar. Besonders dankbar bin ich für die Menschen um mich herum, die immer zu mir halten, in guten und in schlechten Zeiten, allen voran meine Eltern und meine Freunde. Ohne sie wäre ich wohl nicht diejenige, die ich heute bin. Dankbar bin ich auch für die tollen Erfahrungen, die ich auf meinem Weg zur Selbstständigkeit machen durfte, die vielen wertvollen Momente während meinen Ausbildungen und die Menschen, die ich dort getroffen habe und die mich immer noch begleiten. Und oft denke ich, dass vieles Alltägliche als selbstverständlich genommen wird. Deswegen bin ich auch oft einfach dankbar darüber, dass ich gesund bin, dass die Sonne scheint, wenn ich morgens aufwache, dass ich in einer der schönsten Städte der Welt wohnen darf (München) und über die Musik, die ich liebe.

6. Was war dein größter Aha-Moment?

Ich hatte schönerweise viele Aha-Momente in meinem Leben. Einer der größten war wohl in 2013, als ich noch in Teilzeit fest angestellt war und der Job zum Jahresende auslief. Ich fragte mich damals, ob ich danach den Sprung in die komplette Selbstständigkeit wagen sollte oder nicht. Ich hatte ein Gespräch (im Nachhinein würde ich fast sagen ein Coaching) mit meinem NLP-Trainer. Wir hatten uns über Werte unterhalten, und ich durfte mir zu dem Zeitpunkt wieder klarer über meine werden. Ich verglich meine wichtigen Werte „Sicherheit“ und „Authentizität“ miteinander und merkte dabei recht schnell, dass die Authentizität mir wichtiger ist. Damit war die Entscheidung auf einmal gar nicht mehr so schwer: Der Weg in die komplette Selbstständigkeit war das einzig Richtige für mich.

7. Worin unterscheidest du dich von den meisten Menschen?

Ich glaube, was mich von den meisten Menschen unterscheidet ist, dass ich immer das Positive in allem sehe. Auch wenn mir etwas Unschönes passiert und ich darüber erstmal traurig oder wütend bin, frage ich mich recht schnell, was das Gute daran ist, dass das jetzt passiert ist. Mir hilft das, aus vielen Lebenslagen wieder mutig und mit Zuversicht herauszukommen. Ich habe dabei das Glück, dass mir diese Denkweise in die Wiege gelegt wurde. Und ich glaube, dass jeder das erlernen kann, wenn er möchte und bereit dazu ist.

8. Welche eine Sache in der Welt würdest du gern ändern?

Wenn es nur eine Sache sein darf, dann wäre es wohl, dass sich Menschen mit mehr Liebe, Respekt und Verständnis begegnen. Ich treffe oft auf Menschen, die glauben, dass das, was sie machen das einzig Richtige ist – das Leben, das sie führen, die Religion, die sie haben, etc. Wenn ich etwas ändern könnte, dann wäre es das: Jeder darf das Leben leben, das er möchte, und hat Verständnis und Respekt für jeden, der es anders macht. Ich denke, die Welt würde dadurch wesentlich friedlicher werden.

9. Wann fühlst du dich am meisten in „deinem Element“, was liebst du?

Ich liebe das Gefühl, wenn ich arbeite und es sich nicht nach „Arbeit“ anfühlt, wie manchmal bei einem Coaching oder Training. Das merke ich daran, dass ich mich danach „erfüllt“ fühle. Ich liebe Abende mit meinen Freunden, wenn die Zeit nur so verfliegt. Ich liebe die Momente, wenn ich am Strand liege und nur das Rauschen der Wellen höre, wenn ich im hektischen London in einem Café oder Pub sitze und die Menschen beobachte, wenn ich durch die Toskana fahre und mir die Sonne auf die Nase scheint.

10. Was bringt dich zum Lachen?

Ein gutes, wertschätzendes und humorvolles Gespräch mit schlagfertigen Menschen und britischer Humor á la Monty Python.

Herzlichen Dank für das tief Einblick gebende Interview.

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