Fasten mal anders – 8 Ideen

Ab Aschermittwoch (in 2017 ist das der 01.03.) beginnt sie wieder – die Fastenzeit. Ganze 40 Tage haben wir jetzt nach religiöser Vorgabe um auf Luxus zu verzichten, den Körper zu reinigen und sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu besinnen (weil Weihnachten schon so lange her ist), damit Körper und Geist wenigstens ein mal im Jahr wieder in Einklang kommen.

Keine Sorge, ich werde hier keine Tipps zur karmischen oder sonstigen Reinigung geben, auch keine religiösen Weisheiten verbreiten.

Aber: ich möchte dich dazu einladen, dir trotzdem ein paar Fragen zu stellen:

Was ist wirklich wichtig in meinem Leben? Was tut mir gut? Wo möchte ich achtsamer sein – mit anderen, mit mir, mit meinem Körper? Was tut meiner Seele gut?

Es macht Sinn, sich von Zeit zu Zeit darüber Gedanken zu machen, womit wir unseren Körper und unsere Seele füttern.

Für mich bedeutet die Fastenzeit, besser in mich selbst hineinzuhören, mir mehr Zeit für mich zu nehmen und vielleicht mit alten Gewohnheiten zu brechen. Zieht man wikipedia zu Rate, erhält man folgende Definition zum Fasten:

Das Wort kommt vom althochdt. fastēn, das ursprünglich bedeutet „(an den Geboten der Enthaltsamkeit) festhalten“, vgl. auch gotisch fastan „(fest)halten, beobachten, bewachen“.

Das bedeutet also, das Fasten sich nicht nur auf Lebens- und Genussmittel reduzieren muss. Es gibt so viele Möglichkeiten zu fasten. Hier stelle ich dir eine Reihe von Anregungen vor:

Gedankenfasten

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Quelle: pixabay

Unsere Gedanken bestimmen unsere Worte, unser Handeln, unsere Realität. Wenn wir unsere Seele nur mit negativen Gedanken  – über uns, über andere, über das was passieren oder nicht passieren könnte – füttern, dann bestimmen diese Gedanken unser Erleben der Realität, unsere Gefühle und unsere Interaktionen mit anderen Menschen, auf die wir unsere negativen Gedanken projizieren, ohne dass sie etwas damit zu tun haben.

Wir fangen dann an, uns selbst zu hinterfragen, zu beschuldigen, zu beschimpfen und verbal kleinzumachen. Nicht selten füttern wir uns selbst mit Gedankenmüll, der unsere Seele nicht nährt, sondern sie belastet.

Der bewusste Verzicht auf negative, hemmende, herabwürdigende, kritisierende und verurteilende Gedanken in Bezug auf sich selbst ist sicherlich eine der schwierigsten Fastenaufgaben die man sich stellen kann. Sich selbst gegenüber wohlwollend, fürsorglich und geduldig zu sein, ist genauso wichtig wie ausreichend zu schlafen.

Erwartungenfasten

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Quelle: pixabay

Verzichte auf die Erwartung, wie etwas zu sein hat. Wie etwas richtig, gerecht oder sinnvoll wäre. Wie ein anderer Mensch (Partner, Kind, Chef, Kunde, Nachbar) sich verhalten sollte, weil das doch das Normalste von der Welt ist. Weil man das doch zumindest verlangen kann.

Du kennst vielleicht schon einige deiner Begründungen, mit denen du deine Erwartungen rechtfertigst und untermauerst.

Das ist total menschlich – aber völlig irrelevant. Denn deine Erwartungen sind einfach nur deine Wünsche, wie etwas ein sollte. Und andere Menschen haben vielleicht ganz andere Erwartungen, die sind genauso in Ordnung.

Konsumfasten

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Quelle: pixabay

40 Tage ohne alles, was du nicht zum täglichen Leben brauchst. Auf jeglichen Konsum außerhalb der notwendigen Lebensmittel verzichten. Hört sich beängstigend an? Soll aber unheimlich befreiend sein.

Gestehen wir es uns ein: die meisten Wohnungen und Kleiderschränke sind prall gefüllt. Und trotzdem denken wir, nicht genug zu haben. Ein neues Smartphone, obwohl das alte noch geht, das xte paar Schuhe als Frust-Kauf nach einem stressigen Arbeitstag etc.

Es geht nicht nur deinem Bankkonto besser sondern du fängst an, deinen Blick auf all das zu richten, was du bereits besitzt. Und die Umwelt entlastest du auch. Vielleicht füllst du die neu gewonnene Zeit sogar mit bereichernden Aktivitäten oder tust etwas für dich?

Verpackungenfasten

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Quelle: pixabay

Ich würde sagen, ich kaufe bewusst Lebensmittel ein. Und trotzdem ärgere ich mich darüber, wie schnell mein Müll voll ist und ich frage mich woher das kommt. Wohin man auch schaut, überall Müll.

Eine Fastenidee ist, auf Verpackungen zu verzichten, wann immer möglich. In eine plastikfreie Mehrwegflasche zu investieren, hilft nicht nur der Umwelt, sondern auch dir: du entlastest deinen Körper von hormonähnlichen Plastikgiftstoffen. Eine Stofftasche als ständigen Begleiter zu haben, ist ein einfach umsetzbarer Fasten-Vorsatz – und spart mit der Zeit 100e Plastiktaschen.

Es gibt auch Unverpackt-Supermärkte. Ob es in deiner Nähe auch einen gibt, kannst du in diesem Artikel nachlesen: https://utopia.de/ratgeber/verpackungsfreier-supermarkt/.

Autofasten

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Quelle: pixabay

Ok, das ist jetzt vielleicht nicht die innovativste Idee aber da ich mir hier genauso an meine Nase fassen muss, stelle ich die Frage in den Raum: müssen wir wirklich überall mit dem Auto hinfahren? Lass dein Auto ein paar Mal pro Woche – oder auch die ganze Fastenzeit – in der Garage stehen, ganz wie es für dich machbar ist.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad zu fahren verringert nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern verbessert auch die Gesundheit. Regelmäßige Bewegung, in den Alltag integriert, wirkt auf Dauer mindestens genauso gut wie eine gelegentliche Fitness-Studio-Einheit. Wenn das mal keine Motivation ist.

Zeitverschwendungsfasten

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Quelle: pixabay

Oder auch Prokrastination. 😀

Was frisst deine Zeit, ohne dein Leben besser zu machen? Eine Stunde täglich vor dem Fernseher, ständiges Lesen von Facebook-, Instagram-, Snapchat-, etc.-Updates – brauchen wir das wirklich?

Reduziere deine Aktivitäten, die dich nicht wirklich glücklich machen. Besser: fülle die Zeit aktiv mit den Dingen, die dir gut tun oder die du „schon immer mal“ angehen wolltest. Das entspannt und der Verzicht scheint plötzlich wie ein Hauptgewinn.

Ausredenfasten

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Quelle: pixabay

Mit Ausreden versuchen wir etwas zu verschleiern, was wir getan haben aber nicht zugeben wollen. Vor dem anderen und vor uns selbst.

Ausreden gibt es in vielen Formen. Leugnen, lahme Entschuldigungen und vor allem Rationalisierungen. Da nennt man einen guten Grund – statt des richtigen.

Die Alternative: gib’s einfach zu. Dass du den Anruf zum Geburtstag deines Freundes  vergessen hast (nicht weil du soviel Stress hattest). Dass du keine Lust hast, den neuen Film von Tarantino zu sehen (nicht weil du keinen freien Abend mehr hast).

Natürlich braucht das auch Mut. Denn du gibst etwas von dir her, ein Bild von dir, von dem du möchtest, dass es andere auch glauben. Das kann anstrengend sein.

Wenn du auf Ausreden verzichtest, eroberst du dir den Raum zurück, dich so zu zeigen, wie du bist. Dein ganz authentisches Ich.

Vorsicht: der Ton macht sicherlich auch die Musik. Du kannst etwas auch freundlich und nett verpacken ohne dem anderen damit auf den Schlips zu treten und trotzdem ehrlich sein.

Rechthabenfasten

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Quelle: pixabay

Noch so was schwieriges. Beruht doch der Großteil dessen, was Menschen in Diskussionen austauschen, diesem Zweck. Dass sie Recht haben und der Andere Unrecht. Blöderweise denkt der Andere dasselbe.

Es sind völlig subjektive Ansichten, immer ausgerichtet nach dem Parteibuch, der Rolle in der Regierung oder Gesellschaft, den persönlichen Erfahrungen, die jemand damit in seinem Leben gemacht hat, wie er/sie sich die Welt erklärt usw.

Zu schwierig? Probiere es mit „Vielleicht hast du Recht.“ Das ist die entschärfte Variante.


Ist etwas dabei, das dir taugt und das du umsetzen möchtest? Hast du noch andere Fastenideen? Lass uns gern in den Kommentaren teilhaben und uns darüber austauschen.

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Kopfsache Selbstorganisation

Kürzlich bin ich über einen Artikel gestolpert, in dem es darum ging, neue Kraft für den Alltag zu schöpfen. Der Artikel war ohne Frage inhaltlich wirklich gut ausgearbeitet und enthielt jede Menge Tipps – nämlich was man tun kann um Kraft zu schöpfen.

Witzigerweise ist dieses Thema in letzter Zeit auch in Gesprächen mit Freunden öfter aufgekommen und es wurde ganz deutlich, dass keiner Tipps zum Energie tanken braucht da jeder seine eigenen Kraftquellen prima benennen konnte.

Jetzt könnte man annehmen, dass das ja eine prima Sache ist – was es durchaus auch ist – und überhaupt kein Problem besteht. Aber das Thema kommt natürlich nicht ohne Grund auf. Letztlich stellten viele für sich fest, dass die Zeit für’s Kraft tanken fehlt.

Doch es gibt ja auch Menschen, die es schaffen, ihren Tag so zu gestalten, dass sie vermeintlich für alles Zeit haben und Job, Familie, Freunde und Zeit für sich selbst unterbringen. Wie machen die das? Was ist bei denen anders?

Schnell liegt die Vermutung nahe, dass sie organisierter sind. Meiner Meinung nach hat (richtige) Selbstorganisation viel mit dem eigenen Verhalten und Gewohnheiten zu tun. Das sagt auch Michael Kastner (u.a. Dipl. Psychologe):

Zeitmanagement ist Unsinn. Sie können die Zeit nicht managen – nur Ihr Verhalten.

Ich finde, darauf lohnt sich ein genauerer Blick. Packen wir’s an:

Kenne dich selbst

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Selbstmanagement-Methoden wirken besser, wenn du sie mit einer guten Portion Eigenverantwortung durchführst. Und das solltest du im vollen Bewusstsein deiner eigenen Stärken und Schwächen tun.

Dazu eine Metapher:
Stell dir vor, du wärst ein buntgestreifter Kaiserfisch aus dem Indischen Ozean und würdest vorläufig in einem Aquarium wohnen, das in einer Reihe platziert wurde, in der neben dir noch eine Robbe, ein Hund, ein Affe und ein Elefant aufgestellt wurde. Ihr alle nehmt an einem Wettbewerb teil, durch den das schlauste Tier unter euch ermittelt werden soll.

Damit jeder die gleiche Chance besitzt, gibt euch die Jury dieselbe Aufgabe: „Klettert auf den Baum hinter euch. Wer als erstes oben ist, hat gewonnen.“

Bestimmt hast du diese Analogie irgendwo schon mal so oder so ähnlich gehört oder gesehen. Diesen Wettbewerb wirst du natürlich niemals gewinnen können.denn du bist ein Fisch. Es ist unmöglich für dich, aus dem Aquarium zu springen und die Krone des Baumes zu erreichen. Außerdem würdest du nach einer Weile sterben, weil dein wahrer Lebensraum der Ozean und keine grasgrüne Steppe ist.

So ist das auch mit Ratschlägen oder diversen Methoden-Angeboten. Du kannst keinen Tipp anwenden, der keine Wirkung zeigt. Wenn du ein Fisch bist und den Ratschlag „Klettere auf Bäume, dann wirst du groß und stark“ hörst, kannst du nur die Flossen schütteln.

Das bedeutet also, dass alle Selbstmanagement-Methoden zwecklos sind, wenn du nicht weißt, welches Selbst du managst. Kennst du dich nicht selbst, läufst du Gefahr, die Methoden zum Selbstmanagement auf eine Art umzusetzen, die nicht zu dir selbst passen – und dich im schlimmsten Fall unglücklich machen. Und die Folge haben wir alle in irgendeiner Form schon selbst erlebt: wir verlieren die Motivation.

Überprüfe universelle Wahrheiten

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Neben der Besinnung auf seine eigenen Stärken und Schwächen, ist bei der Auswahl der Methoden auch die Umsetzung wichtig.

Methoden, die sich bewährt haben und dadurch eine „Daseinsberechtigung“ haben, machen sicherlich Sinn. Und trotzdem sind sie nicht für jeden gleich anwendbar.

Wir kennen alle Weisheiten wie z.B. aus dem Gesundheitsbereich „Sport fördert die Gesundheit“. Daraus könnte man eine Subkategorie basteln: „Yoga fördert die Gesundheit“.

Viele, so wie ich :-D, würden dieser Subkategorie zustimmen und die Aussage als wahr befinden. Wie wäre es nun aber, wenn derelbe Satz zu einem Beinlosen im Rollstuhl gesagt wird?

Das ist sicherlich ein arg plakatives Beispiel, aber seinen Sinn verfehlt es nicht.

Wenn du weißt, dass Sport oder Bewegung im Allgemeinen deine Gesundheit fördert, du Yoga aber nichts abgewinnen kannst, wären eine halbe Stunde Volleyball vielleicht passender für dich (wenn du Volleyball magst natürlich). So hast du die Bewegung immer noch mit drin, musst aber nichts tun, wogegen du dich sträubst.

Sei also du selbst und hinterfrage, was gegeben ist.

Life’s Big Rocks nach Lothar Seiwert

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Zeit und Energie sind unser wertvollstes Kapital. Wenn wir die für uns passenden Selbstmanagement Methoden umsetzen, nutzen wir dieses Kapital als Investition und nicht als Verschwendung. Die schlaue Investition in Zeit ist also essenziell für den Erfolg.

Du kennst bestimmt folgende Geschichte:

Stell dir einen Becher vor, der zu drei Vierteln mit vielen kleinen Kieselsteinchen gefüllt ist. Diese Steinchen repräsentieren all die kleinen, dringenden, aber mehrheitlich unwichtigen Aufgaben, mit denen du die ganze Woche über beschäftigt bist. Damit sind das Checken deiner E-Mails, kurze Telefonate, das Browsen durch Apps, kleine Gespräche mit Mitarbeitern usw. gemeint.

Dann gibt es noch die großen Steine (oder auch „Big Rocks“) – die wirklich wichtigen Aufgaben, die du persönlich und beruflich die Woche über zu tun hast.

Da dein Becher nun bereits zu drei Vierteln voll von kleinen Kieselsteinchen ist, passen die großen Steine nicht mehr oben drauf. Sie würden überschwappen und runterfallen.

So sieht das dann meistens auch im wirklichen Leben aus. Das Maß ist im wahrsten Sinne des Wortes voll. Das Gewicht der unwichtigen Aufgaben lastet schwer und raubt zu viel Energie, sodass wichtige Aufgaben nicht mehr rechtzeitig oder genügsam erledigt werden können.

Was also tun? Gernau. Den Spieß – in dem Fall die Steine – umdrehen.

Wenn du zuerst die Big Rocks in deinen noch leeren Becher füllst, passen die kleinen Kieselsteinchen problemlos hinein, ohne dass der Becher überschwappt. Sie lagern sich in den Zwischenräumen der großen Steine ab, übergießen sie und decken sie schließlich zu.

Im Idealfall sollte so auch dein Tagesablauf aussehen. Du startest produktiv in den Tag und widmest dich abends reinen Gewissens den kleinen, unwichtigen und freizeitlichen Aufgaben.

Nimm dir z.B. sonntags eine Stunde Zeit, um die komplette bevorstehende Woche zu planen. Schreib deine „Big Rocks“ zuerst in den Planer und blockiere sie zeitlich. Wenn es geht,  erledige sie als allererstes am jeweils eingeplanten Tag. Blockiere danach Zeit für Freizeit. Am Schluss markierst du Zeit fürs Planen (z.B. wieder 1 Stunde sonntags).

„Put the big rocks in first.”

Satzergänzungen nach Nathaniel Branden

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Um den Erfolg deiner bevorzugten Selbstmanagement Methoden zu maximieren, solltest du dir auch regelmäßig Zeit für Selbstreflexion nehmen. Wenn du zu viel Zeit im Hamsterrad verbringst, merkst du irgendwann gar nicht mehr, dass du dich darin befindest. Die Folge: du jagst Zielen hinterher, die du vielleicht gar nicht verfolgen wolltest.

Selbstreflexion dient also der Nachkontrolle und Nachbesserung deiner Ziele. Wenn du dir zum Beispiel einmal die Woche Zeit nimmst, um darüber nachzudenken, wie du deine gewählten Selbstmanagement-Methoden noch besser auf dich und deine Lebenssituation anpassen kannst, wirst du diese Besserungen auch in deinen Alltag integrieren können.

Dazu kannst du zum Beispiel Satzergänzungsübungen durchführen, die dein Handeln im Laufe einer Woche reflektieren. Dabei handelt es sich um unvollständige Sätze, die dir vorgegeben und von dir ergänzt werden. Dabei gibt es kein richtig oder falsch. Analysiere deine Antworten nicht – bring es einfach zu Papier.

Hier ein paar Beispiele für Satzergänzungen, die du zum Reflektieren über persönliche Integrität durchführen kannst:

  • Wenn ich 5% mehr Integrität in mein Leben bringe …
  • Wenn ich darüber nachdenke, was es konkret bedeutet, mehr Integrität in mein Leben zu bringen …
  • Wenn ich mich weigere, nach Werten zu leben, die ich nicht achte, …
  • Wenn ich meinem Selbstwertgefühl einen hohen Stellenwert beimesse und entsprechend handle …
  • Wenn irgendetwas von dem, was ich über persönliche Integrität geschrieben habe, wahr wäre, wäre es hilfreich, wenn ich …

Du kannst diese Satzergänzungen natürlich auch mit anderen Beispielen als persönlicher Integrität durchführen.

Diese Übung verhilft dir zu mehr Bewusstheit über dich selbst. Und durch mehr Bewusstheit triffst du bessere Entscheidungen. Und durch bessere Entscheidungen erzielst du dessere Resultate. Und wenn du das dann noch mit genügend Selbstkenntnis und den richtigen Methoden kombinierst, hast du dein Selbst ideal organisiert. 🙂

Mag ich an mir – Zettel

„Zwischen den Jahren“ ging es ja recht zielgerichtet darum, die eigene Lebensbalance zu finden, sich von alten Zöpfen zu trennen und auch motiviert in die Zukunft zu blicken. Vielleicht hast du ja auch schon an deiner Zeit gefeilt und machst bisschen mehr für dich.

Doch wie sieht es mit der Selbstakzeptanz, der Selbstliebe und dem Selbstbewusstsein aus?

Wir Menschen vergleichen uns ja gerne mit anderen. Und bei diesen Vergleichen  schneiden meistens die anderen besser ab. Weil wir uns auch mit denjenigen vergleichen, die in unseren Augen „besser“ sind. Bis zu einem gewissen Grat kann das auch motivierend wirken. Aber wenn diese nervige Stimme im Kopf immer wieder etwas findet, was andere besser können, was andere haben, das wir nicht haben, dann kann das auch ziemlich demotivieren.

Dabei gibt es so vieles, das jeden von uns zu etwas Besonderem, uns liebenswert macht. Wir haben verlernt, uns selbst liebevoll und anerkennend zu begegnen. Deshalb sollten wir uns immer wieder bewusst machen, was uns persönlich ausmacht, was wir selbst sind, unser Selbstbewusstsein wecken.

Dafür gibt es eine doch recht simple Übung, die ich euch heute gerne vorstellen möchte:

„Das mag ich an mir“ – Zettel

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Zieh dich an einen Ort zurück, an dem du dich wohl fühlst. Nimm dir einen Stift und ein Blatt Papier oder auch Post it’s zur Hand. Und dann notiere mindestens 10 Dinge, die du an dir selbst magst/liebst.

Hör mit deiner Auflistung nicht auf, bevor du nicht mind. 10 Punkte gesammelt hast. Wenn du schnell 10 Dinge oder Eigenschaften gefunden hast, umso besser. Mach mit deiner Liste weiter, bis dir nichts mehr einfällt.

Eine solche Liste könnte z. B. folgendermaßen aussehen:

  • Ich mag an mir, dass ich selber über mich lachen kann.
  • Ich mag meinen Stil.
  • Ich liebe meine langen Haare. (Dieser Punkt kommt definitiv nicht von mir. :-P)
  • Ich mag meine besonnene Art
  • etc.

Es geht nicht darum, aufzulisten, wen oder was du sonst so liebst oder magst, sondern nur, was du an DIR SELBST liebst oder magst. Lege deine Liste beiseite wenn dir nichts mehr einfällt. Du wirst feststellen, dass dir nur dadurch, dass du eine solche Liste führst, häufiger bewusst wird, was du noch an dir magst.

Vielen Menschen fällt es wesentlich leichter, aufzuzählen, was sie nicht an sich mögen. Versuche deinen Blick zu verändern. Vielleicht hilft es dir, dich auch vor den Spiegel zu stellen, dich anzusehen und damit anzufangen, was du Äußerlich an dir magst. Z.B. deine Augen, deine Augenbrauen, deine Wimpern, deinen Mund …?

Du kannst dich auch fragen, was vertraute Menschen an dir mögen bzw. schätzen. Bestimmt hast du schon einmal das ein oder andere Kompliment gehört. Oder wenn du dich traust: Frage diese Menschen direkt, z. B. deine Partnerin, deinen Partner, deine Eltern etc. Du wirst über deren Antworten staunen.

Deine Zettel kannst du an einem für dich gut sichtbaren Ort in der Wohnung oder im Haus hinkleben oder dorthin, wo nur du die Zettel sehen kannst. Wenn du dich für die Variante mit den Papierblättern entschieden hast, könntest du dir daraus vielleicht ein Büchlein binden? Lass deiner Kreativität freien Lauf.

Hinterlasse gerne einen Kommentar oder ein Bild davon, wie du deine „Mag ich an mir“ – Zettel platziert hast. Oder was du bei der Umsetzung erlebt hast – fiel es dir schwer, einfach, etc.

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