Ich bin nicht entweder oder – ich bin sowohl als auch

Ich hab da so ein Problem mit diesen Persönlichkeitstest. Oder mit so Fragen, die dazu dienen, jemanden in die eine oder andere Schublade zu stecken.

Wir versuchen damit, Menschen einzuschätzen und uns selbst zu orientieren. Aber ich finde, dass niemand entweder nur so oder so ist. Ich erlebe es an mir. Wie oft wurde ich in bestimmte Kategorien gesteckt oder habe Aussagen gehört wie „DAS hätte ich dir NIE zugetraut“. Ja, weil wir nämlich nur Facetten einer Persönlichkeit kennen.

Ich bin sowohl als auch.

Und das ist jeder Mensch. Jeder hat Farbschattierungen in seiner Persönlichkeit, um mal bei dem Bild der Tests zu bleiben. Manche Nuancen sind ausgeprägter als andere und in Stresssituationen oder je nach Rolle, kommt die ein oder andere Facette stärker zur Geltung. Aber ich habe ein echtes Problem damit, immer nur eins zu sehen. So gehe ich auch auf Menschen zu – mit der Annahme, dass alles in einem ist. Und in gewisser Weise auch ein Spiegel meiner selbst.

Ich finde die Idee davon, sowohl als auch zu sein, so befreiend. Das bedeutet nämlich, dass du alles sein kannst, was du willst. Und deine Limitationen in deinem Kopf stattfinden. Nirgendwo sonst.

Ntürlich kann es hilfreich sein, eine Orientierung zu bekommen wenn man selbst nicht mehr weiß wo man steht und wer man ist. Oder es kann helfen, andere Menschen schneller einzuschätzen. Was aber eigentlich abhanden kommt, ist das Gespür für andere.

Was schlimmstenfalls passiert, ist sich auf diesen Eingruppierungen auszuruhen und zusagen „So bin ich halt. Steht ja auch hier.“ Quasi als Freifahrtsschein um nix ändern zu müssen. Oder um das zu sehen, was man sehen möchte. Sich mit jemanden nicht weiter auseinander setzen zu brauchen, weil er ja so ist wie ich es mir in meiner Wahrnehmung gerade so ausgedacht habe.

Wie sind deine Gedanken dazu?

Und welche deiner Facetten würdest du gerne ausbauen, wenn da nicht diese geistige Limitation wäre?

 

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Ein Gedanke zu „Ich bin nicht entweder oder – ich bin sowohl als auch

  1. Grundsätzlich ja, ich stimme Dir zu. Allerdings zeigt ein Test nur die aktuelle Situation und welche Optionen zur Weiterentwicklung vorhanden sind. Nur ich entscheide, ob es sich tatsächlich um eine gewünschte Entwicklung handelt oder um einen gesellschaftlichen Druck, wie man sein soll. Die Interpretation dahinter ist sehr persönlich. Somit die Frage, warum reagierst Du eher negativ darauf, wenn Leute Dir mitteilen, dass sie Dich so oder so nicht eingeschätzt hätten? Vielleicht möchtest Du bewusst – oder unbewusst – nicht, gewissen Leuten gewisse Facetten von Dir zeigen.

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