Warum der letzte Eindruck wichtiger ist als der erste

Es wird ja immer erzählt, dass der erste Eindruck so wichtig ist und das nur dieser zählt. Es gibt viele Statements dazu, eins davon ist:

Es braucht …

  • 7 Sekunden um einen ersten Eindruck zu hinterlassen
  • 7 Minuten um ihn zu revidieren
  • 7 Jahre um aus der Schublade wieder rauszukommen

Ich weiß nicht ob das so ganz richtig ist, vor allem wenn wir über Empathie und Menschenkenntnis sprechen. Ich gehe damit d’accord, dass ein erster Eindruck wichtig für bspw. Präsentationen ist oder bei einem Geschäftstermin.

Ich möchte das aber gerne umkehren und behaupte, dass der letzte Eindruck womöglich entscheidender und wichtiger ist. In meinen Augen kannst du damit innerhalb von einem Augenblick zerstören, was du vorher aufgebaut hast.

Z.B. wenn jemand sagt, wie wichtig es ist, Menschen gleich zu behandeln, der-/diejenige die ganze Zeit über sich in deiner Gegenwart auch entsprechend verhält, du aber beim verabschieden mitbekommst, wie der Umgang mit dem Garderobenpersonal ist.

Oder – der Klassiker, weil man es ständig nachlesen kann – wie jemand ein Unternehmen verlässt. Oder wie du eine Veranstaltung verlässt oder dich im Vorstellungsgespräch verabschiedst: Wer auf den letzten Metern nicht mehr durchhält, macht sich seine ganzen mühsam aufgebauten Beziehungen zunichte, verliert „Land“, das er nicht wiedergutmachen kann. Er verbaut sich zukünftige Chancen.

Wie sich jemand „vom Acker macht“, welchen letzten Eindruck er oder sie hinterlässt, sagt viel über dessen Persönlichkeit aus. (Was einen eigenen Blogbeitrag wert wäre).

Vielleicht lässt es sich mit folgendem Spruch gut ausdrücken:

Der erste Eindruck zählt (oder färbt das Urteil), der letzte Eindruck bleibt.

Daher meine Einladung an dich zu reflektieren: Wie willst du in Erinnerung behalten werden?

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Was heißt es eigentlich, über Menschenkenntnis zu verfügen?

Ich muss ja manchmal (innerlich, aber ab und zu auch laut) lachen, wenn mir jemand erzählt, über Menschenkenntnis zu verfügen und sich diese selbst bescheinigt. Weil viele glauben, Menschenkenntnis sei die Fähigkeit, den Charakter eines anderen vollumfänglich beurteilen bzw. bewerten zu können. Aufgrund von Sekunden. Wie immer ist das aber nur die halbe Wahrheit.

Eine Begriffserläuterung könnte sein: Menschenkenntnis ist die Fähigkeit, anhand des ersten Eindrucks den Charakter, die Absichten und das zukünftige Verhalten eines Menschen korrekt zu interpretieren und zu beurteilen.

Nach dieser Definition wundert es mich nicht, dass diese Fähigkeit eine so begehrte  Qualifikation ist. Aber auch umso unwahrscheinlicher, dass tatsächlich so viele Menschen angeblich darüber verfügen.

Wenn wir einen Menschen kennenlernen, machen wir uns innerhalb von einigen Sekunden ein Bild und schlimmstenfalls ist dieses Bild für alle Ewigkeit in Stein gemeißelt. Natürlich haben viele ein Gespür für jemand anderen aufgrund dessen eine erste Einschätzung getroffen wird. Und dieser Instinkt ist auch an sich gut, denn er schützt uns auch.

Nur dürfen wir nicht den Fehler machen, aus einer Arroganz heraus zu urteilen und zu denken, wir wüssten über den Anderen Bescheid.

Das, was du über mich denkst, bin nicht ich. Das bist du.

Wie oft kommt es denn vor, dass wir zu einer Person irgendwann mal sagen „Ich habe dich am Anfang ganz anders eingeschätzt.“ oder „Du warst mir am Anfang total unsympathisch.“ Schuld daran ist der sog. Bestätigungsfehler. Heißt, wir sehen unser erstes Urteil immer wieder bestätigt, während widersprüchliches Verhalten unbewusst ausgeblendet wird. Der wahre Charakter des Gegenübers bleibt dadurch möglicherweise unerkannt, doch die Meinung über die eigene Menschenkenntnis bleibt unangetastet.

Erst wenn wir jemanden besser kennenlernen, können wir uns ein umfassendes Bild von dem anderen Menschen machen.

Menschenkenntnis ist keine Fähigkeit, die von Geburt an besteht. Menschenkenntnis entwickelt sich über die Jahre hinweg, aufgrund unserer persönlichen Erfahrungen mit anderen Menschen.

Damit kann Menschenkenntnis auch erlernt werden. Aber es gib keine Checkliste, die man abarbeiten kann und danach über Menschenkenntnis verfügt. Vielmehr entsteht diese als Ergebnis eines langen Prozesses, für den vor allem eben diese persönliche Erfahrungen mit anderen Menschen nötig sind.

Kenne dich selbst
Um andere einschätzen zu können, sollte erstmal die Kenntnis über die eigene Person gefestigt werden. Denn nur dann kann Menschenkenntnis auf andere Personen angewandt werden.

Mach dir bewusst:

Was sind meine Werte? Was sind meine Schwächen und Stärken? Wovon träume ich? Was sind meine Ziele? Wie weit würde ich gehen, um diese Ziele zu erreichen? Wie wirke ich auf andere?

Wer sich selbst nicht richtig kennt und einschätzen kann, der wird auch bei anderen daneben liegen.

Körpersprache lesen

Das wir hauptsächlich über nonverbale Signale, also über unseren Körper, kommunizieren, ist inzwischen schon ziemlich bekannt. Deswegen ist es wichtig, die Körpersprache Anderer zu verstehen um eine wirklich gute Menschenkenntnis entwickeln zu können.

Achte daher auf Haltung, Mimik, Gestik und vor allem Blickkontakt.

Wortwahl verstehen

Wie sich jemand ausdrückt, welche Worte er/sie wählt, lässt sehr deutlich auf Einstellungen und Überzeugungen schließen. D.h. also, im nächsten Schritt kannst du dich mit den Inhalten beschäftigen.

Wie argumentiert dein Gesprächspartner? Sachlich oder emotional? Wie erzählt er? Schmückt er aus oder konzentriert er sich auf das Wesentliche?

Je mehr Informationen du aufnimmst, desto konkreter wird dein Bild.

Because you know nothing

Hinterfrage dich regelmäßig, ob dein anfänglicher Eindruck auch nach einiger Zeit noch korrekt ist. Beziehe eine aktuelle Situation und das Umfeld mit in deine Einschätzung ein – was nicht bedeutet zu lästern. 😉

Ich bin nicht entweder oder – ich bin sowohl als auch

Ich hab da so ein Problem mit diesen Persönlichkeitstest. Oder mit so Fragen, die dazu dienen, jemanden in die eine oder andere Schublade zu stecken.

Wir versuchen damit, Menschen einzuschätzen und uns selbst zu orientieren. Aber ich finde, dass niemand entweder nur so oder so ist. Ich erlebe es an mir. Wie oft wurde ich in bestimmte Kategorien gesteckt oder habe Aussagen gehört wie „DAS hätte ich dir NIE zugetraut“. Ja, weil wir nämlich nur Facetten einer Persönlichkeit kennen.

Ich bin sowohl als auch.

Und das ist jeder Mensch. Jeder hat Farbschattierungen in seiner Persönlichkeit, um mal bei dem Bild der Tests zu bleiben. Manche Nuancen sind ausgeprägter als andere und in Stresssituationen oder je nach Rolle, kommt die ein oder andere Facette stärker zur Geltung. Aber ich habe ein echtes Problem damit, immer nur eins zu sehen. So gehe ich auch auf Menschen zu – mit der Annahme, dass alles in einem ist. Und in gewisser Weise auch ein Spiegel meiner selbst.

Ich finde die Idee davon, sowohl als auch zu sein, so befreiend. Das bedeutet nämlich, dass du alles sein kannst, was du willst. Und deine Limitationen in deinem Kopf stattfinden. Nirgendwo sonst.

Ntürlich kann es hilfreich sein, eine Orientierung zu bekommen wenn man selbst nicht mehr weiß wo man steht und wer man ist. Oder es kann helfen, andere Menschen schneller einzuschätzen. Was aber eigentlich abhanden kommt, ist das Gespür für andere.

Was schlimmstenfalls passiert, ist sich auf diesen Eingruppierungen auszuruhen und zusagen „So bin ich halt. Steht ja auch hier.“ Quasi als Freifahrtsschein um nix ändern zu müssen. Oder um das zu sehen, was man sehen möchte. Sich mit jemanden nicht weiter auseinander setzen zu brauchen, weil er ja so ist wie ich es mir in meiner Wahrnehmung gerade so ausgedacht habe.

Wie sind deine Gedanken dazu?

Und welche deiner Facetten würdest du gerne ausbauen, wenn da nicht diese geistige Limitation wäre?

 

1 Jahr zuckerfrei – und jetzt?

Vor etwas mehr als einem Jahr, nämlich zu Beginn der Fastenzeit 2017, habe ich mich nach dem Vorbild meiner Heilpraktikerin und Freundin dazu entschieden, auf Zucker zu verzichten. Und zwar nicht nur auf raffinierten Zucker sondern auch auf alle Zuckeralternativen.

Meine Blutwerte sind allesamt geradezu perfekt, ich bin nicht dick und auch sonst gesund. Aber ich wollte mich ein bisschen challengen und schauen, ob ich durchhalte. Wie der Blogtitel schon verrät, habe ich durchgehalten. Um genau zu sein nun mehr als ein Jahr. Aber von vorne.

Grundsätzliches

Ein zu hoher Zuckerkonsum führt auf Dauer zu einer Leptinresistenz. Das ist das Sättigungshormon, welches dem Gehirn normalerweise mitteilt, dass der Magen voll ist. Bei einer Leptinresistenz wird dieses Signal nicht mehr gesendet, was zu Übergewicht führt. Wenn man den Fructose-Glukose-Sirup und andere industriell hergestellte Fructosearten reduziert, führt dies widerum zu einem verbesserten Sättigungsgefühl.

Im Gegensatz zu komplexen Kohlenhydraten, Proteinen oder Fetten, die im Darm erst aufgespalten oder umgewandelt werden müssen, gelangt Zucker auf direktem Weg ins Blut. Raffinierter Zucker (Industriezucker) hat eine hohe Energiedichte ohne dabei Vitamine oder Mineralstoffe zu enthalten. Damit sprechen wir von leeren Kalorien, die in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind. Der Blutzuckerspiegel steigt superschnell an und die Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus. Das Hormon schleust den Zucker in die Zellen und beschleunigt so die Fetteinlagerung, denn der Zucker wird in Fett umgewandelt.

Grund genug, für mich zumindest, auf Zucker zu verzichten.

Die ersten Wochen

Ich habe mich mit einem neuen Speiseplan auseinander gesetzt, denn Fertigprodukte kaufen war ja nicht mehr. Es ist übrigens wirklich krass, wo überall Zucker drin ist. Mich hat das richtig wütend gemacht.

Nachdem also Fertigprodukte weggefallen sind und obwohl ich nie viele Süßigkeiten gegessen habe, muss ich zugeben, dass ich echte Entzugserscheinungen hatte.

Ich hatte richtiges Verlangen nach Süßem und Heißhungerattacken. Nach zwei Wochen habe ich meinen Plan gelockert und habe angefangen, wieder Obst zu essen (was bei einer zuckerfreien Ernährung btw „erlaubt“ ist). Glücklicherweise blieben Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Gereiztheit und Stimmungsschwankungen weg – letzteres gibt’s bei mir von Natur aus sowieso. 😛

Nach 6 Wochen konnte ich folgendes feststellen:

Wohlbefinden

Ich habe mich insgesamt schnell fitter und vitaler gefühlt, weshalb ich auch leichter durchgeschlafen habe.

Zu viel Zucker macht nämlich antriebslos, träge und kann zu Schlafproblemen führen. Außerdem erhöht es das Risiko für Herzkrankheiten und die Leber kann den Zucker nicht mehr verarbeiten und abtransportieren. Und weil die Leber Fette speichert, kann sie zunehmend verfetten.

Geschmackssinn

Tatsächlich hat sich mein Empfinden, was Süßes angeht, stark verändert. Obst wurde für mich viel süßer und auch die Stärke in Gemüse und Brot habe ich viel stärker wahrgenommen.

Und mein Verlangen nach Süßem hat sich so krass reduziert, es ist quasi nicht vorhanden.

Durch den Verzicht auf Zucker werden die Geschmacksknospen sensibilisiert und neutralisiert, wodurch eine Entwöhnung von einer extrem unnatürlichen Süße stattfindet.

Haut

Ein weiterer positiver Effekt war, dass meine Haut reiner geworden ist. Da ich einige Monate vorher die Pille abgesetzt und entsprechende Schwierigkeiten hatte, kam mir diese Auswirkung natürlich besonders entgegen.

Zucker wirkt entzündungsfördernd, weshalb ein hoher Zuckerkonsum die Haut schneller altern lässt und sie anfälliger für Unreinheiten, Entzündungen, Pickel und Akne macht.

Nach der Fastenzeit

Der Vollständigkeit halber, weil ich auch danach gefragt wurde: ich habe nicht abgenommen. Das war auch nicht mein Ziel, was bei Vielen zu Unverständnis geführt hat weil sie nicht verstanden haben warum ich sonst auf Zucker verzichte. Bestimmt kann der Verzicht auf Zucker aber einen positiven Effekt auf das Gewicht haben, je nachdem wie die Ernährungsgewohnheiten sonst so waren. Ich habe mich vorher schon sehr gesund ernährt.

Jedenfalls habe mir die sechs Wochen so gut getan, dass ich beschlossen hatte, mich weiterhin zuckerfrei zu ernähren. Allerdings habe ich die „Regeln“ für mich ein wenig gelockert.

Ich habe mir Zuckerersatzprodukte geholt wie Erythrit oder Xylit, wobei ich sagen muss, dass ich dennoch kaum darauf zurück greife. Besser finde ich Datteln und Dattelzucker wenn ich irgendwas Süßes mache oder backe. Schokolade mit Maltit und vegane Nutella mit Erythrit habe ich aber schon, falls es mich doch mal überkommt.

Ich gehe supergern essen. Meistens wird in Restaurants mit Zucker gekocht, was für mich heißt, ein Auge zuzudrücken und dann nicht ganz so konsequent zu sein.

Ich werde oft gefragt, ob ich denn noch Spaß am Leben hätte weil ich auf Zucker verzichte und mich überwiegend vegan ernähre. Und was soll ich sagen? Der Verzicht auf Zucker, so wie ich es für mich als in Ordnung befinde, gibt mir so viel Energie und Vitalität, dass sich mir die Frage gar nicht erst stellt. Wie gesagt, ich mache auch Ausnahmen. Aber wie das immer so ist im Leben, ist das richtige Maß entscheidend. Mir ist meine Gesundheit wichtiger als Zucker, denn das bedeutet für mich Lebensqualität. Und dann macht es mir Spaß so zu leben wie ich es eben tue.

Viel eingeschränkter wäre ich, würde ich all das konsumieren, was aus gesellschaftlicher Sicht „zum Spaß im Leben“ dazu gehört und dann mit gesundheitlichen Konsequenzen leben müssen, wie es so viele tun. Wo bleibt denn da der Spaß? Was habe ich davon, wenn ich 30 Minuten Zeug in mich reinschaufle, dass mich 5 Tage schlecht fühlen lässt?

Wenn ich mich 5 Tage lang bewusst und gesund ernähre, dann machen mir die 2 Tage „Sünde“ auch nichts aus. Ich entscheide mich dann ganz bewusst für „böse“ Lebensmittel und lebe dann ggf. mit den Konsequenzen – weil ich etwas nicht vertrage z.B. Bloß wenn das Verhältnis umgekehrt ist, dann ist das zwar ein Anfang aber auf Dauer bewirke ich damit nichts in meinem Körper sondern schade ihm vielmehr.

Natürlich heißt es auch, mich mit Essen zu befassen und entsprechend zu planen. Die meiste Zeit über Disziplin aufzubringen. Das ist für Viele anstrengend. Aber aus schlicht reiner Faulheit heraus nichts zu tun, finde ich persönlich gedankenlos. Wer abnehmen will oder einen bestimmten Trainingsplan hat, macht sich auch Gedanken zu seiner Ernährung und plant.

Für mich bedeutet (weitestgehend) zuckerfrei zu leben also Freiheit und Lebensqualität. Wer etwas in seinem Leben verändern möchte, muss es auch tun. Go for it!

Schätze deine Lebenszeit

„Jetzt zugreifen! Nur für kurze Zeit!“

Du kennst solche Werbebotschaften. Sie wollen dir suggerieren, dass du dich beeilen musst, denn dieses grandiose Angebot könnte morgen bereits vergriffen sein und du wirst nie wieder ein solches Schnäppchen machen können.

Wie verlockend es doch ist, zuzugreifen. Wir wollen ja nicht verpassen, was wir gerne hätten.

Alles, was selten, begrnzt und nicht beliebig verfügbar ist, erachten wir automatisch als kostbar. Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, dass auch dein Leben nur für eine begrenzte Zet verfügbar ist?

Ich habe dir etwas mitgebracht:

Maßband

WTF? – wirst du dir jetzt denken. Aber ich habe eine Aufgabe an dich. Nimm dir ein Maßband, dass 100 cm anzeigt (oder auch ein beliebiges anderes, das du schneiden kannst), z.B. eines von Ikea (ist nicht gesponsert).

Wenn du ein Mann bist, schneide dieses Maßband bei 78 cm ab.
Wenn du eine Frau bist, schneide dieses Maßband bei 83 cm ab.

Beide cm-Angaben entsprechen in etwa der durchschnittlichen Lebenserwartung. Das ist schon heftig, oder?

Jetzt schneide die Anzahl an cm vorne ab, die deinem Alter entsprechen. Bei mir wären das 36cm. Das ist richtig heftig.

Jetzt hältst du die noch dir verfügbare Lebenszeit in den Händen.

Ganz schön beängstigend, wenn man sich das auf diesem Maßband so betrachtet, oder?

Aber: du bist der Gestalter deines Lebens. So wie dieses Maßband in deiner Hand liegt, so liegt auch dein Leben in deiner Hand.

Schätze deine Lebenszeit! Geh mit ihr so um, wie es sich für etwas Kostbares und Seltenes gehört! Und überlege dir, wie du dein restliches Leben leben möchtest.

 

Sommer, Hitze – und Müdigkeit …

Endlich haben wir Sommer, endlich können wir richtig viel Zeit draußen verbringen, endlich sind alle gut gelaunt und das Leben ist unbeschwerter.

Und dann ist da diese Dauer-Müdigkeit. Zumindest geht es mir so.

Erst dachte ich, ich habe vielleicht neuerdings eine Pollen-Allergie. Oder ich trinke zu wenig. Oder ich schlafe nicht ausreichend. Aber dem ist nicht so. Ein Besuch bei meiner Heilpraktikerin ergab: ich vertrage die Hitze schlicht und ergreifend nicht. Das ich nicht Hurra schreie wenn alle in der prallen Sonne brutzeln und ich lieber in den Schatten gehe, ist kein Geheimnis. (Ich muss ja meine Blässe kultivieren :-D). Aber das ich jetzt deswegen auch noch müde bin? Andere machen einen Winterschlaf und mir geht’s im Sommer so?

Um trotzdem gut – und nicht ganz so müde – durch den Sommer zu kommen, habe ich ein wenig recherchiert und weil es dir vielleicht auch so geht, möchte ich meine Ergebnisse mit dir teilen.

Fangen wir mit dem Basiswissen an.

Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen, sind anfällig für die Somemrhitze. Der Grund liegt darin, dass sich bei großer Hitze unsere Gefäße weiten. Dadurch wird über die Haut mehr Wärme abgeleitet und wir beginnen zu schwitzen. Folglich steht dem Kreislauf im Körper jedoch weniger Blut zur Verfügung, um den Blutdruck aufrecht zu erhalten.

Daher muss das Herz vermehrt pumpen, da in den weit gestellten Gefäßen mehr Blut „versackt“ – für unseren Motor also doppelte Arbeit.

Übersetzt heißt das nichts anderes, als den Körper zu kühlen und wenig zu belasten:

Morgens lüften.
Nutze die frische Morgenluft und lasse sie durch deine Wohnung oder dein Haus strömen, damit du eine angenehme Raumtemperatur behältst. Damit das so bleibt, lasse die Jalousien am besten runter.

Luftige Kleidung.
Naturfasern vermeiden Hitzestau, mit einem Hut oder Tuch bewahrst du einen kühlen Kopf.

Viel Trinken.
Mindestens 2,5l am Tag sollten es sein. Geeignet dafür sind Mineralwasser oder stark verdünnte Saftschorlen in Raumtemperatur oder lauwarmer Hagebutten-, Melissen- oder Kümmeltee. Rosmarintee hilft bei niedrigem Blutdruck.

Leicht essen.
Verzichte auf schwere Lebensmittel, die dich träge machen und greife lieber zu fettarmem Essen sowie viel frischem Gemüse und Obst. Melonen sind besonders erfrischend.

Mittagsschlaf.
Wenn du es dir erlauben kannst, halte einen kurzen Mittagsschlaf von max. 30 Minuten. Auch das belebt und erfrischt.

Anstrengung vermeiden.
Verschiebe körperliche Aktivitäten auf den Morgen oder Abend, wenn die Temperaturen etwas abgekühlt sind.

Kühlender Sport.
Das gilt auch für Sport.  Oder weiche auf Sportarten aus, die du auch im Wasser ausführen kannst, denn das kühle Wasser belebt deinen Kreislauf.

Natürlich hält auch der Yoga einige kühlende Übungen parat. Schreibe mir gern in’s Kommentarfeld, ob du eine solche Übungsreihe von mir bereit gestellt haben möchtest. 🙂

Kalte Bein- und Unterarmduschen.
Kalte Bein- und Unterarmduschen sorgen dafür, dass deine Müdigkeit schnell vertrieben wird. Oder probiere ein lauwarmes Fußbad aus.

Lauwarm Duschen.
Warmes Wasser weitet unsere Gefäße und wir fühlen uns erfrischter. Vor dem Schlafengehen am besten lauwarm duschen.

Eisen.
Neben der Vitaminversorgung muss auch ein optimaler Eisenwert gewährleistet sein – lass überprüfen, ob du aureichend versorgt bist.

Wenn du auch noch Ideen und Tipps gegen Müdigkeit im Sommer hast, freue ich mich über deinen Kommentar.

 

Fasten mal anders – 8 Ideen

Ab Aschermittwoch (in 2017 ist das der 01.03.) beginnt sie wieder – die Fastenzeit. Ganze 40 Tage haben wir jetzt nach religiöser Vorgabe um auf Luxus zu verzichten, den Körper zu reinigen und sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu besinnen (weil Weihnachten schon so lange her ist), damit Körper und Geist wenigstens ein mal im Jahr wieder in Einklang kommen.

Keine Sorge, ich werde hier keine Tipps zur karmischen oder sonstigen Reinigung geben, auch keine religiösen Weisheiten verbreiten.

Aber: ich möchte dich dazu einladen, dir trotzdem ein paar Fragen zu stellen:

Was ist wirklich wichtig in meinem Leben? Was tut mir gut? Wo möchte ich achtsamer sein – mit anderen, mit mir, mit meinem Körper? Was tut meiner Seele gut?

Es macht Sinn, sich von Zeit zu Zeit darüber Gedanken zu machen, womit wir unseren Körper und unsere Seele füttern.

Für mich bedeutet die Fastenzeit, besser in mich selbst hineinzuhören, mir mehr Zeit für mich zu nehmen und vielleicht mit alten Gewohnheiten zu brechen. Zieht man wikipedia zu Rate, erhält man folgende Definition zum Fasten:

Das Wort kommt vom althochdt. fastēn, das ursprünglich bedeutet „(an den Geboten der Enthaltsamkeit) festhalten“, vgl. auch gotisch fastan „(fest)halten, beobachten, bewachen“.

Das bedeutet also, das Fasten sich nicht nur auf Lebens- und Genussmittel reduzieren muss. Es gibt so viele Möglichkeiten zu fasten. Hier stelle ich dir eine Reihe von Anregungen vor:

Gedankenfasten

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Quelle: pixabay

Unsere Gedanken bestimmen unsere Worte, unser Handeln, unsere Realität. Wenn wir unsere Seele nur mit negativen Gedanken  – über uns, über andere, über das was passieren oder nicht passieren könnte – füttern, dann bestimmen diese Gedanken unser Erleben der Realität, unsere Gefühle und unsere Interaktionen mit anderen Menschen, auf die wir unsere negativen Gedanken projizieren, ohne dass sie etwas damit zu tun haben.

Wir fangen dann an, uns selbst zu hinterfragen, zu beschuldigen, zu beschimpfen und verbal kleinzumachen. Nicht selten füttern wir uns selbst mit Gedankenmüll, der unsere Seele nicht nährt, sondern sie belastet.

Der bewusste Verzicht auf negative, hemmende, herabwürdigende, kritisierende und verurteilende Gedanken in Bezug auf sich selbst ist sicherlich eine der schwierigsten Fastenaufgaben die man sich stellen kann. Sich selbst gegenüber wohlwollend, fürsorglich und geduldig zu sein, ist genauso wichtig wie ausreichend zu schlafen.

Erwartungenfasten

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Quelle: pixabay

Verzichte auf die Erwartung, wie etwas zu sein hat. Wie etwas richtig, gerecht oder sinnvoll wäre. Wie ein anderer Mensch (Partner, Kind, Chef, Kunde, Nachbar) sich verhalten sollte, weil das doch das Normalste von der Welt ist. Weil man das doch zumindest verlangen kann.

Du kennst vielleicht schon einige deiner Begründungen, mit denen du deine Erwartungen rechtfertigst und untermauerst.

Das ist total menschlich – aber völlig irrelevant. Denn deine Erwartungen sind einfach nur deine Wünsche, wie etwas ein sollte. Und andere Menschen haben vielleicht ganz andere Erwartungen, die sind genauso in Ordnung.

Konsumfasten

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Quelle: pixabay

40 Tage ohne alles, was du nicht zum täglichen Leben brauchst. Auf jeglichen Konsum außerhalb der notwendigen Lebensmittel verzichten. Hört sich beängstigend an? Soll aber unheimlich befreiend sein.

Gestehen wir es uns ein: die meisten Wohnungen und Kleiderschränke sind prall gefüllt. Und trotzdem denken wir, nicht genug zu haben. Ein neues Smartphone, obwohl das alte noch geht, das xte paar Schuhe als Frust-Kauf nach einem stressigen Arbeitstag etc.

Es geht nicht nur deinem Bankkonto besser sondern du fängst an, deinen Blick auf all das zu richten, was du bereits besitzt. Und die Umwelt entlastest du auch. Vielleicht füllst du die neu gewonnene Zeit sogar mit bereichernden Aktivitäten oder tust etwas für dich?

Verpackungenfasten

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Quelle: pixabay

Ich würde sagen, ich kaufe bewusst Lebensmittel ein. Und trotzdem ärgere ich mich darüber, wie schnell mein Müll voll ist und ich frage mich woher das kommt. Wohin man auch schaut, überall Müll.

Eine Fastenidee ist, auf Verpackungen zu verzichten, wann immer möglich. In eine plastikfreie Mehrwegflasche zu investieren, hilft nicht nur der Umwelt, sondern auch dir: du entlastest deinen Körper von hormonähnlichen Plastikgiftstoffen. Eine Stofftasche als ständigen Begleiter zu haben, ist ein einfach umsetzbarer Fasten-Vorsatz – und spart mit der Zeit 100e Plastiktaschen.

Es gibt auch Unverpackt-Supermärkte. Ob es in deiner Nähe auch einen gibt, kannst du in diesem Artikel nachlesen: https://utopia.de/ratgeber/verpackungsfreier-supermarkt/.

Autofasten

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Quelle: pixabay

Ok, das ist jetzt vielleicht nicht die innovativste Idee aber da ich mir hier genauso an meine Nase fassen muss, stelle ich die Frage in den Raum: müssen wir wirklich überall mit dem Auto hinfahren? Lass dein Auto ein paar Mal pro Woche – oder auch die ganze Fastenzeit – in der Garage stehen, ganz wie es für dich machbar ist.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad zu fahren verringert nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern verbessert auch die Gesundheit. Regelmäßige Bewegung, in den Alltag integriert, wirkt auf Dauer mindestens genauso gut wie eine gelegentliche Fitness-Studio-Einheit. Wenn das mal keine Motivation ist.

Zeitverschwendungsfasten

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Quelle: pixabay

Oder auch Prokrastination. 😀

Was frisst deine Zeit, ohne dein Leben besser zu machen? Eine Stunde täglich vor dem Fernseher, ständiges Lesen von Facebook-, Instagram-, Snapchat-, etc.-Updates – brauchen wir das wirklich?

Reduziere deine Aktivitäten, die dich nicht wirklich glücklich machen. Besser: fülle die Zeit aktiv mit den Dingen, die dir gut tun oder die du „schon immer mal“ angehen wolltest. Das entspannt und der Verzicht scheint plötzlich wie ein Hauptgewinn.

Ausredenfasten

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Quelle: pixabay

Mit Ausreden versuchen wir etwas zu verschleiern, was wir getan haben aber nicht zugeben wollen. Vor dem anderen und vor uns selbst.

Ausreden gibt es in vielen Formen. Leugnen, lahme Entschuldigungen und vor allem Rationalisierungen. Da nennt man einen guten Grund – statt des richtigen.

Die Alternative: gib’s einfach zu. Dass du den Anruf zum Geburtstag deines Freundes  vergessen hast (nicht weil du soviel Stress hattest). Dass du keine Lust hast, den neuen Film von Tarantino zu sehen (nicht weil du keinen freien Abend mehr hast).

Natürlich braucht das auch Mut. Denn du gibst etwas von dir her, ein Bild von dir, von dem du möchtest, dass es andere auch glauben. Das kann anstrengend sein.

Wenn du auf Ausreden verzichtest, eroberst du dir den Raum zurück, dich so zu zeigen, wie du bist. Dein ganz authentisches Ich.

Vorsicht: der Ton macht sicherlich auch die Musik. Du kannst etwas auch freundlich und nett verpacken ohne dem anderen damit auf den Schlips zu treten und trotzdem ehrlich sein.

Rechthabenfasten

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Quelle: pixabay

Noch so was schwieriges. Beruht doch der Großteil dessen, was Menschen in Diskussionen austauschen, diesem Zweck. Dass sie Recht haben und der Andere Unrecht. Blöderweise denkt der Andere dasselbe.

Es sind völlig subjektive Ansichten, immer ausgerichtet nach dem Parteibuch, der Rolle in der Regierung oder Gesellschaft, den persönlichen Erfahrungen, die jemand damit in seinem Leben gemacht hat, wie er/sie sich die Welt erklärt usw.

Zu schwierig? Probiere es mit „Vielleicht hast du Recht.“ Das ist die entschärfte Variante.


Ist etwas dabei, das dir taugt und das du umsetzen möchtest? Hast du noch andere Fastenideen? Lass uns gern in den Kommentaren teilhaben und uns darüber austauschen.